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29. August 2011

So, mittlerweile befinde ich mich wieder im schönen Gelsenkirchen in unserer orangen Festung. Unser Haus ist zwar ein Neubau, das ein Schweinegeld gekostet hat, doch das hält es leider nicht davon ab, ein schnell zu verschimmelndes Dach zu besitzen, als wäre  es zweihundert Jahre alt. Tja, das hat man davon, wenn man sich ein eigenes Haus bauen lässt. Im einundzwanzigsten Jahrhundert gibt es ja so wenig Aufträge für Handwerker, dass sie, um nicht vor Langeweile zu sterben, gerne ihre Arbeit falsch machen. Ihr Ziel, dann am Besten gleich bei dem Opfer einzuziehen, um jederzeit die verpfuschten Arbeiten langsam zu richtet, scheint aber nicht ganz aufzugehen. Schließlich wohnt bei uns ja bereits ein Handwerker im Haus. Da hätten sie sich diese Mühen sparen können.

Jedenfalls war ich heute recht faul und habe mich an nicht-schimmligem Obst von der Flotten Karotte gütlich getan. Da schmeckt man doch direkt Deutschland heraus! Okay, ich gebe es zu, hier habe ich auch schon eine schlechte Mango gekauft!

Besonders ereignisreich war der Tag nicht. Ich habe endlich meinen süßen Dino wiedergesehen und mich ganz viel an seinen Schuppen geschubbelt! Dann musste ich endlich meinen Koffer ausräumen, damit unser Erdmännchenweibchen über die dreckige Wäsche herfallen kann, um darauf herumzuspringen oder so. Ansonsten ist nicht viel passiert. Mal sehen, was der morgige Tag bringt (bzw. gleich, wenn ich schlafen gegangen sein werde, wow, ich habe Futur 2 benutzt!).

Euch noch eine schöne Nacht! Diesmal ist der Tropfen blassblau.

25. August 2011

Ich befinde mich gearde an einem Schreibtisch einer PR-Agentur in Bern. Nicht etwa, um mein Buch endlich so vermerkten zu lassen, dass es alle Rekorde von Harry-Potter schlägt … nein, leider ist es “nur” für ein zweiwöchiges Praktikum, das morgen Abend mit einem Event in einem Nähatelier für Migrantinnen sein Ende finden wird. Gerade ärgere ich mich über zwei schlechte Mangos, die ich nur für den halben Preis bei Cash+Carry (so was wie die Metro) erworben habe, aber dafür davon auch nur die Hälfte essen kann. So was!

Die Schweiz ist zwar sehr schön mit den vielen alten Gebäuden und angehenden Schlössern, aber ich freue mich schon auf meine Familie bestehend aus einem Rotzbengel, einer grossen Zicke, einem Erdmännchenweibchen, einem Kugelnasenbären und zwei Omas. Diese Wesen habe ich natürlich alle super lieb und nicht zu letzt freue ich mich auf das Wesen meiner Begierde: Meinen Dino!

Ich habe mir auch nun fest vorgenommen meiner Sommerfaulheit zu entkommen und endlich wieder einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen: Wie besessen auf meiner Tastertur herumzzuhämmern. Schliesslich liegt das letzte beendete Kapitel schonein paar Monate zurück. Meiner besten Freundin Kaoru habe ich auch schon lang nichts mehr vorgelesen, um mich an ihrem Gekicher und dem “ahhh!” oder “uhhh!” zu ergötzen. Jetz kribbeln meine Fingerspitzen und es gibt sich nur noch eine Frage zu stellen: Woran schreibe ich denn weiter? Da gibt es einmal den ditten Band von “Die zehn Elemente”, der mich nun am wenigsten reizt, weil diese ganze “Horison”-Vorbestellsammelaktion mich unter Druck setzt und ich so daran keinen Spass und damit auch keinen Wortfluss finden werde. Dann habe ich “Du und Ich” im Angebot, das ich eigentlich nur für Kaoru geschrieben habe und eine Story, die auf denaberwitzigen Gedanken des Dinos besieren. “Der Diamant in mir”, eine Story, die in Spanien spielt, wäre vielleicht eine Idee, “BirdDNA”, “Im Zeichen des jüngsten Gerichts” oder ganz zu den Ursprüngen zurück “2 Uhr Tod” (das ist natürlich nur der vorrübergehende Name)??

Na ein Glück, dass ich erst siebzehn geworden bin, damit ich dem anderen Haufen an Geschichten in meinem Kopf wenigstensnoch einen Namen geben kann! Nein, ernsthaft, ich sollte bald mal wieder schreiben und dann an etwas, wo ich nicht gleich unter Druck stehe. Ein bisschen sehne ich mich an die Zeit zurück, wo ich nur geschrieben habe und dachte “Noch die, das und das muss passieren, jah! Dann ist es fertig” anstatt “Mist, mist, mist, der und die bringt schon ihr millionstens Buch raus, ich muss in den nächsten zwei Minuten 999.999 nachholen!” …

Meine Mittagspause neigt sich so langsam dem Ende und ich sollte noch einmal meine Blase entleeren, bevor ich gleich die Mango wegschmeissen gehe. Mir ist der Appetitvergangen und von Tee wird man schliesslich auch satt. Heute Abend bin ich dann das erste Mal in einem Fussballstadion mit echten Menschen drin! Ich mache Gelsenkirchen keine Ehre, wenn ich nicht einmal im Schalkestadion war, dafür aber jetzt hier in Bern mir ein Match anschaue. Mal gucken, ob das lustig wird mit einem Jungen, der nicht gern über Honig spricht …

So, der erste Farbklecks ist nun in der Pfütze gelandet. Dieser ist gelb, schliesslich haben wir hier in Bern über 30°C, mal sehen wann der nächste hineintropft. (Und am Ende ist die Suppe braun, wunderschön!)

Hallo Leute!

Dies ist der Block von Sonja Chlapek, einer jungen Schriftstellerin, die sich noch überlegen muss, was sie alles in diesen Block schreibt.

Aber Ihr könnt euch sicher sein, dass es bunte Gedanken in einer farblosen Pfütze sind!